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Weltkindertag: Kitastrophe in Baden.-Württemberg endlich beenden!

KitaLandespolitikPressemitteilung

In Baden-Württemberg lebt jedes fünfte Kind in Armut und laut IQB Bildungstrend (2022) erreicht fast jedes fünfte Kind im Südwesten nach Abschluss der Grundschule nicht die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik. In Deutschland entscheidet der Bildungshintergrund und der Geldbeutel der Eltern so stark über die Bildungschancen der Kinder wie in kaum einem anderen europäischen Land. Heute, am Weltkindertag fordert DIE LINKE. Baden-Württemberg daher mehr Geld für frühkindliche Bildung, damit für alle Kinder im Land ein gebührenfreier Kitaplatz zur Verfügung steht. An Kultusministerin Theresa Schopper hat DIE LINKE eine klare Botschaft: „Beenden Sie die Kitastrophe!“

Luigi Pantisano, stellv. Landessprecher der LINKEN. Baden-Württemberg und Stadtrat in Stuttgart, erklärt: „Die Bildungsungleichheit ist in Baden-Württemberg, im Land der Privatschulen, besonders hoch. Doch die Ungleichheit beginnt bereits vor der Grundschule. Viele Eltern finden keinen Kitaplatz oder können sich diesen nicht leisten. Damit alle Kinder mit den gleichen Startchancen eingeschult werden, braucht es mehr als nur einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz. Für viele Eltern existiert dieser Anspruch nur auf dem Papier. Die Landesregierung muss endlich ihrem Auftrag nachkommen und dafür sorgen, dass es überall im Land auch genug ganztags Kitaplätze gibt und das natürlich gebührenfrei.“

In Baden-Württemberg fehlen akut 58.000 Kitaplätze.

Luigi Pantisano weiter: „Die bisherigen Antworten auf den akuten Kitaplatzmangel sind absolut unzureichend. Anstatt Bedingungen zu schaffen, um Erzieher*innen im Beruf zu halten, werden durch die Maßnahmen die Arbeitsbedingungen sogar noch verschlechtert. Es ist kaum zu glauben, dass die Landesregierung noch dazu bei trägt, den Beruf unattraktiver zu machen, anstatt die Kommunen in die Lage zu versetzen mehr Personal einzustellen und eine Ausbildungsoffensive zu starten. 16.800 Erzieher*innen müssen eingestellt werden und gleichzeitig erhalten ausgebildete Fachkräfte ohne deutsche Staatsbürgerschaft keine Arbeitserlaubnis. Die Landesregierung hat nicht nur die letzten Jahre verschlafen, sondern steuert weiter in die falsche Richtung“

DIE LINKE fordert mehr Geld für frühkindliche Bildung, bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen und keine Aufweichung des Fachkraft-Kind-Schlüssels. Eine Ausbildungsoffensive: die Praxisintegrierte Ausbildung muss zum Standard werden und gebührenfreie Kitas landesweit – denn Bildung ist ein Grundrecht und beginnt in der Kita.