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Aktuelles aus dem Kreisverband

Unsere Solidarität gegen ihre Gewalt Solidaritätserklärung mit den Besetzer*innen des Dietenbachwalds In der Nacht auf Samstag kam es zu einem schwerwiegendem Angriff von Nazis auf die Besetzer*innen im Dietenbachwald. Eine Gruppe mit einem Messer und einer Axt bewaffneter Menschen griff die Besetzer*innen an und drohte damit, sie zu… Weiterlesen

In einer Pressemitteilung vom 23. Januar kritisiert die Israelitische Gemeinde die vom Kreisverband der Partei Die Linke für den 2. Februar geplante Podiumsdiskussion mit dem Titel „Über Palästina Sprechen – Hintergründe, Gegenwart & Zukunft“. Weiterlesen

In der heutigen Bundespressekonferenz hat Sarah Wagenknecht wie erwartet die Gründung ihrer neuen Partei „Bündnis Sarah Wagenknecht“ verkündet. In Freiburg sind bislang noch keine BSW-Strukturen in Sicht, im Gegenteil: Die Abspaltung des Wagenknecht-Lagers hat der Partei und insbesondere dem Kreisverband viele neue Mitglieder beschert. Weiterlesen

In der heutigen Bundespressekonferenz hat Sarah Wagenknecht die Gründung eines Vereins „Bündnis Sahra Wagenknecht“ als Vorläufer für eine neue Partei angekündigt. 10 Mitglieder der Fraktion DIE LINKE haben ihren Parteiaustritt bekannt gegeben. Damit hat sie endlich den längst überfälligen Bruch mit der Partei vollzogen. Weiterlesen

Kundgebung Stuttgarter Bündnis ruft auf: Stoppt das Töten in der Ukraine - Den Krieg durch Verhandlungen beenden! Sonntag, 10.9., 13:00 Uhr, Schlossplatz Stuttgart Weiterlesen

Im thüringischen Landkreis Sonneberg wurde erstmals ein Politiker der AfD ins Amt des Landrats gewählt. Auch ein breites Bündnis aller etablierten Parteien konnte den Siegeszug des Kandidaten des vom Thüringer Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands nicht verhindern. Als Kreisverband DIE LINKE. Freiburg… Weiterlesen

Die Linke Freiburg erneuert und bestärkt ihren Aufruf dieses Wochenende beim CSD Freiburg teilzunehmen. Die heutige Nachricht, dass einige queere Organisationen aus Baden-Württemberg sich entschieden haben, ihre Teilnahme am Freiburger CSD aufgrund von antifaschistischer Symbolik abzusagen, erschreckt und enttäuscht uns. Weiterlesen

Der KV Freiburg unterstützt ausdrücklich den einstimmigen Beschluss des Parteivorstandes vom 10.06.2023: „Unserer Verantwortung gerecht werden: DIE LINKE als plurale sozialistische Partei erhalten!“ Weiterlesen

Solidarischer Besuch in Freiburg! Gestern, 19.04.2023, durften wir unseren Co-Parteivorsitzenden Martin Schirdewan bei uns willkommen heißen. Als Mitglied des Europäischen Parlaments und Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament – GUE/NGL ist er häufig im Rahmen seiner politischen Arbeit in unserer Nachbarstadt Straßburg.… Weiterlesen

Es ist keine Woche her, dass im Polizeirevier Freiburg mal wieder eine rechtsextreme Chatgruppe aufgeflogen ist, eigentlich Grund genug, vielleicht ein wenig zurückhaltend aufzutreten bei einer Demonstration gegen den Landesparteitag der AFD. Nicht so jedoch die Offenburger Polizei! Schon als sich der Demozug aus der Stadt sich der Offenburger… Weiterlesen

Kommentare unserer Mitglieder

DIE ZUKUNFT DES KAPITALISMUS UND LINKE POLITIK

Dr.Peter Behnen

             DIE ZUKUNFT DES KAPITALISMUS UND LINKE POLITIK (1).

Der Aufsatz hat als Grundlage die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie. Er geht davon aus, dass eine erfolgreiche Politik der Linken wesentlich davon abhängt ob es gelingt, auf Basis einer realistischen Analyse des Kapitalismus und seiner Zukunft Vorschläge zu machen, die Schritt für Schritt größere Teile der Bevölkerung von der Notwendigkeit der Zurückdrängung und Aufhebung des Kapitalismus zu überzeugen. Damit soll auch ein Beitrag zum Kampf gegen den um sich greifenden Rechtspopulismus geleistet werden.

Der aktuelle Finanzkapitalismus ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

1.Der Finanzsektor hat eine beherrschende Stellung erlangt.

2.Die Unternehmen werden in Richtung der Interessen der Finanzinvestoren umgebaut.

3.Die progressive Verschuldung von Unternehmen, Staat und Privaten wird systematisch betrieben.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis der Betriebsweise des sogenannten Fordismus. Nachdem im 19.Jahrhundert der Kapitalismus die Betriebsweise der Großen Industrie entwickelte, kam es seit etwa den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts zu einer neuen Betriebsweise, die durch Rationalisierungen des Produktionsprozesses gekennzeichnet ist. Vor allem bei Ford in den USA wurde die Fließbandproduktion eingeführt und es wurden Elektromotoren eingesetzt. Es begann die Zeit des Fordismus, der nach dem 2.Weltkrieg die vorherrschen-de Betriebsweise im Kapitalismus wurde.                                                    

Die kapitalistische Produktionsweise verallgemeinert die Produktion von Waren. Die Ware ist die historische Form dieser Wirtschaftsordnung. Im Sinne der Marxschen Theorie hat jede Ware einen Doppelcharakter, den Gebrauchswert und den Wert. Der Gebrauchswert ist ihr äußerer Gegenstand, der in irgendeiner Form einen Nutzen besitzt. Beim Wert der Waren wird von ihren natürlichen Eigenschaften abstrahiert und hat die sogenannte abstrakte gesellschaftliche Arbeit zur Grundlage. Das bedeutet, dass die gesellschaftliche Arbeit sich als Wert einer Ware darstellen muss. Mit den beiden Elementen sind wesentliche Strukturmerkmale des Kapitalismus erfasst und wird auf die doppelte Bestimmtheit der gesellschaftlichen Arbeit verwiesen. Gesellschaft-liche Arbeit ist also immer gebrauchswertschaffend und wertschaffend. 

Zwei weitere Schlüsselkategorien des Kapitalismus sind die produktive und unproduktive Arbeit. Um diese Kategorien darzustellen kann von dem Kreislauf des Kapitals ausgegangen werden. G- (Arbeitskräfte Produktionsmittel) Produktionsprozess- W` G`. Das bedeutet, dass der Kapitalist mit einer bestimmten Geldsumme G Arbeitskräfte und Produktionsmittel kauft. Er setzt die Arbeitskräfte und Produktionsmittel danach im Produktionsprozess ein, in dem die Wertschöpfung stattfindet. Der Arbeitstag des Arbeitenden zerfällt in zwei Teile, die notwendige Arbeitszeit und die Mehrarbeitszeit. In der notwendigen Arbeitszeit schafft der/die Arbeitende den Gegenwert für den Wert seiner/ihrer Arbeitskraft und in der Mehrarbeitszeit den Mehrwert für den Kapitalisten. Die produktive Arbeit im Sinne der Marxschen Theorie ist nun bestimmt als Arbeit die materiellen oder immateriellen Gebrauchswerte produziert, die dann die Träger von Wert bzw. Mehrwert sind. Produktwert und Wertprodukt sind dann die Ergebnisse der verausgabten produktiven Arbeit. Das Wertprodukt ist das Ergebnis der Neuwertschöpfung, beim Produktenwert kommt noch die Wertübertragung der vernutzten Produktionsmittel hinzu. Unproduktive Arbeiten im Sinne der Marxschen Theorie sind vorwiegend die Tätigkeiten des Kaufs- und Verkaufs, die keinen neuen Gebrauchswert schaffen und aus der Mehrwertmasse des Kapitalisten zu zahlen sind. Sie sind Zirkulationstätigkeiten, denn am Ende des Kapitalkreislaufes geht es darum, dass die produzierten Waren, die den Mehrwert enthalten, am Markt verkauft werden müssen, um den Mehrwert zu realisieren. Zirkulationstätigkeiten werden auch bei kommerziellen Dienstleistern, Banken und Versicherungen ausgeübt.

Als das wichtigste Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise bezeichnete Marx das sogenannte Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate. Um das zu verstehen, ist mit der Entwicklung der Produktivkräfte im Kapitalismus zu beginnen. Produktivkraftentwicklung bedeutet, dass die industrielle Entwicklung im Kapitalismus durch einen immanenten Widerspruch gekennzeichnet ist. Für ein Kapital gegebener Größe bedeutet die Anwendung produktiver Maschinen die Ersetzung von wertschöpfender Arbeit durch vergegenständlichte Arbeit. Der Mehrwert (m) soll dadurch gesteigert werden, dass die vergegenständlichte Arbeit (c) stärker wächst als die wertschöpfende Arbeit (v). Die durchschnittliche gesellschaftliche Profitrate m/c+v hat die Tendenz zu sinken, weil allein v den Mehrwert schafft und c schneller wächst als v., das heißt, der Quotient sinkende Tendenz hat. Die Masse des Mehrwerts m wird nur dann gesteigert, wenn das Gesamtkapital in schnellerer Progression wächst als die Produktivkraftentwicklung. Das geht aber im Kapitalismus nicht ad Infinitum so weiter, weil der Fall der Profitrate im Rahmen eines einzelnen Konjunkturzyklus zwar kurzzeitig aufgehalten werden kann, aber in langer Frist wird die Überakkumulation chronisch. Es wird dann von einer strukturellen Überakkumulation gesprochen. Die Profitmasse nimmt dann nicht mehr so zu, dass das wachsenden Gesamtkapital jedem Einzelkapital eine gesteigerte Verwertung ermöglichen würde. Es kommt zur Entwertung eines Teils des fungierenden Kapitals, zu einer säkularen Stagnation und einem Abwandern eines Teils des Geldkapitals auf die Finanzmärkte. Die Finanzkrise 2007/2008 gab Einblick in die Folgen dieser Entwicklung. Das Wachstum der Wirtschaft wird geringer und Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit und soziale Ungleichheit nehmen zu. Das ist unter den Bedingungen der Mehrwertproduktion nicht mehr abbaubar, da die private Verwertung des Kapitals die Grundlage des Wirtschaftslebens darstellt und das verhindert.

Jetzt ist es Aufgabe der Linken und aller demokratischen Kräfte Schritte in Richtung der Aufhebung der Mehrwertproduktion aufzuzeigen und auch glaubwürdig darzustellen. Das beginnt mit der schrittweisen Bekämpfung der ungleichen sozialen Verhältnisse und einer stärkeren Belastung hoher Einkommen und Vermögen. Das wird mehrheitlich nachvollzogen werden können, weil allgemein die soziale Verteilung von Einkommen und Vermögen als ungerecht empfunden wird. Es muss auf den Punkt hingearbeitet werden, an dem mehrheitlich erkannt wird, dass eine Demokratisierung des Wirtschaftslebens national und international zur Lösung der Probleme führt. Das muss auf demokratische Weise geschehen und allen Versuchen der aktuell herrschenden Kräfte die Demokratisierung aufzuhalten entgegengearbeitet werden. Dazu ist ein breites demokratisches Bündnis unbedingt erforderlich.

(1)Der Aufsatz stützt sich auf folgende Veröffentlichungen:

Stephan Krüger: Der deutsche Kapitalismus 1950-2023, Hamburg 2024.

Stephan Krüger: Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus, Hamburg 2026.

Sozialismus Heft 9/2026

 

 

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