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Aktuelles aus dem Kreisverband

Die Linke Freiburg fordert Housing First und mehr sozialen Wohnraum Freiburg, 11. September 2026 – Zum Tag der wohnungslosen Menschen fordert Die Linke Freiburg eine konsequente Politik gegen Wohnungslosigkeit und ihre strukturellen Ursachen. „Wohnen ist ein Menschenrecht. Sozialbürgermeister Roland Meder hat Housing First als einen seiner… Weiterlesen

Die Linke Freiburg beteiligt sich am übergreifenden Bündnis "Es reicht. Sozialabbau stoppen". Am 25.07. um 14 Uhr gehen wir gemeinsam gegen den Kahlschlag der Merz-Regierung auf die Straßen! Die Merz-Regierung betreibt einen beispiellosen Raubbau an unserem Sozialstaat. Kaum ein Bereich ist vor Kürzungen sicher. Während jeder dritte Euro in… Weiterlesen

Ab dem 12.06.2026 eröffnet unsere Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerung. Wir informieren über die neue Gesetzgebung, den freiwilligen Wehrdienst, eine mögliche künftige Wehrpflicht und die Folgen der neuen Gesetze im Spannungs- oder Verteidigungsfall (besonders für Menschen mit männlichen Geschlechtseintrag bis 45 Jahre, die nicht… Weiterlesen

Nachbarschaftsküchen

Die nächsten Nachbarschaftsküchen stehen fest: 21.03. 12-14 Uhr in Weingarten, beim EKZ 28.03. 12-14 Uhr in Landwasser, beim EKZ Weiterlesen

Mittwoch, 25.02. 16:00 Uhr Betzenhauser Torplatz Am vergangenen Samstag wurde eine öffentlich installierte Lichtinstallation am Betzenhauser Torplatz, die anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan angebracht worden war, von bislang unbekannten Tätern beschädigt. So wurden mehrere Kabel der Beleuchtung durchtrennt und zudem ein Banner… Weiterlesen

Mach mit bei unserer Haustüraktionswoche vom 7.-15. Februar! Weiterlesen

Heidi Reichinnek mit Sarah Schnitzler und Sebastian Böhm im Gespräch Die Mieten im Land explodieren. Bus und Bahn sind zu teuer. In Kitas und Pflege fehlen tausende Stellen. Kriege und Despoten bedrängen die Welt. Doch die grün-schwarze Landesregierung blockiert echte Verbesserungen für die Menschen, während Rüstungskonzerne und Immobilienhaie… Weiterlesen

Mit klaren Worten kritisieren die Sprecher*innen der Kreisverbände der Partei Die Linke Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg sowie die Landtagskandidat*innen Eric Waibel, Sarah Schnitzler und Sebastian Böhm die heute verabschiedete Schließung der Breisacher Helios Rosmann Klinik. Mit dieser Entscheidung wird ein Standort geschlossen, der wichtig… Weiterlesen

Gegen rechte Meinungsmache kommt man immer schwerer an. Zur Macht privater Medienkonzerne gesellen sich heute rechte Influencer und Social-Media-Blasen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hingegen haben ihren Bildungsauftrag weitgehend aufgegeben und sich auf seichte Unterhaltung verlegt. Auf unserer Veranstaltung wollen wir diskutieren,… Weiterlesen

Unser Bundestagsabgeordneter Vinzenz Glaser schreibt gemeinsam mit Cansu Özdemir, Max Lucks, Lear Reisner, Charlotte Neuhäuser und Maren Kaminski an den Botschafter der Republik Ecuador. Weiterlesen

Kommentare unserer Mitglieder

DIE ZUKUNFT DES KAPITALISMUS UND LINKE POLITIK

Dr.Peter Behnen

             DIE ZUKUNFT DES KAPITALISMUS UND LINKE POLITIK (1).

Der Aufsatz hat als Grundlage die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie. Er geht davon aus, dass eine erfolgreiche Politik der Linken wesentlich davon abhängt ob es gelingt, auf Basis einer realistischen Analyse des Kapitalismus und seiner Zukunft Vorschläge zu machen, die Schritt für Schritt größere Teile der Bevölkerung von der Notwendigkeit der Zurückdrängung und Aufhebung des Kapitalismus zu überzeugen. Damit soll auch ein Beitrag zum Kampf gegen den um sich greifenden Rechtspopulismus geleistet werden.

Der aktuelle Finanzkapitalismus ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

1.Der Finanzsektor hat eine beherrschende Stellung erlangt.

2.Die Unternehmen werden in Richtung der Interessen der Finanzinvestoren umgebaut.

3.Die progressive Verschuldung von Unternehmen, Staat und Privaten wird systematisch betrieben.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis der Betriebsweise des sogenannten Fordismus. Nachdem im 19.Jahrhundert der Kapitalismus die Betriebsweise der Großen Industrie entwickelte, kam es seit etwa den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts zu einer neuen Betriebsweise, die durch Rationalisierungen des Produktionsprozesses gekennzeichnet ist. Vor allem bei Ford in den USA wurde die Fließbandproduktion eingeführt und es wurden Elektromotoren eingesetzt. Es begann die Zeit des Fordismus, der nach dem 2.Weltkrieg die vorherrschen-de Betriebsweise im Kapitalismus wurde.                                                    

Die kapitalistische Produktionsweise verallgemeinert die Produktion von Waren. Die Ware ist die historische Form dieser Wirtschaftsordnung. Im Sinne der Marxschen Theorie hat jede Ware einen Doppelcharakter, den Gebrauchswert und den Wert. Der Gebrauchswert ist ihr äußerer Gegenstand, der in irgendeiner Form einen Nutzen besitzt. Beim Wert der Waren wird von ihren natürlichen Eigenschaften abstrahiert und hat die sogenannte abstrakte gesellschaftliche Arbeit zur Grundlage. Das bedeutet, dass die gesellschaftliche Arbeit sich als Wert einer Ware darstellen muss. Mit den beiden Elementen sind wesentliche Strukturmerkmale des Kapitalismus erfasst und wird auf die doppelte Bestimmtheit der gesellschaftlichen Arbeit verwiesen. Gesellschaft-liche Arbeit ist also immer gebrauchswertschaffend und wertschaffend. 

Zwei weitere Schlüsselkategorien des Kapitalismus sind die produktive und unproduktive Arbeit. Um diese Kategorien darzustellen kann von dem Kreislauf des Kapitals ausgegangen werden. G- (Arbeitskräfte Produktionsmittel) Produktionsprozess- W` G`. Das bedeutet, dass der Kapitalist mit einer bestimmten Geldsumme G Arbeitskräfte und Produktionsmittel kauft. Er setzt die Arbeitskräfte und Produktionsmittel danach im Produktionsprozess ein, in dem die Wertschöpfung stattfindet. Der Arbeitstag des Arbeitenden zerfällt in zwei Teile, die notwendige Arbeitszeit und die Mehrarbeitszeit. In der notwendigen Arbeitszeit schafft der/die Arbeitende den Gegenwert für den Wert seiner/ihrer Arbeitskraft und in der Mehrarbeitszeit den Mehrwert für den Kapitalisten. Die produktive Arbeit im Sinne der Marxschen Theorie ist nun bestimmt als Arbeit die materiellen oder immateriellen Gebrauchswerte produziert, die dann die Träger von Wert bzw. Mehrwert sind. Produktwert und Wertprodukt sind dann die Ergebnisse der verausgabten produktiven Arbeit. Das Wertprodukt ist das Ergebnis der Neuwertschöpfung, beim Produktenwert kommt noch die Wertübertragung der vernutzten Produktionsmittel hinzu. Unproduktive Arbeiten im Sinne der Marxschen Theorie sind vorwiegend die Tätigkeiten des Kaufs- und Verkaufs, die keinen neuen Gebrauchswert schaffen und aus der Mehrwertmasse des Kapitalisten zu zahlen sind. Sie sind Zirkulationstätigkeiten, denn am Ende des Kapitalkreislaufes geht es darum, dass die produzierten Waren, die den Mehrwert enthalten, am Markt verkauft werden müssen, um den Mehrwert zu realisieren. Zirkulationstätigkeiten werden auch bei kommerziellen Dienstleistern, Banken und Versicherungen ausgeübt.

Als das wichtigste Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise bezeichnete Marx das sogenannte Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate. Um das zu verstehen, ist mit der Entwicklung der Produktivkräfte im Kapitalismus zu beginnen. Produktivkraftentwicklung bedeutet, dass die industrielle Entwicklung im Kapitalismus durch einen immanenten Widerspruch gekennzeichnet ist. Für ein Kapital gegebener Größe bedeutet die Anwendung produktiver Maschinen die Ersetzung von wertschöpfender Arbeit durch vergegenständlichte Arbeit. Der Mehrwert (m) soll dadurch gesteigert werden, dass die vergegenständlichte Arbeit (c) stärker wächst als die wertschöpfende Arbeit (v). Die durchschnittliche gesellschaftliche Profitrate m/c+v hat die Tendenz zu sinken, weil allein v den Mehrwert schafft und c schneller wächst als v., das heißt, der Quotient sinkende Tendenz hat. Die Masse des Mehrwerts m wird nur dann gesteigert, wenn das Gesamtkapital in schnellerer Progression wächst als die Produktivkraftentwicklung. Das geht aber im Kapitalismus nicht ad Infinitum so weiter, weil der Fall der Profitrate im Rahmen eines einzelnen Konjunkturzyklus zwar kurzzeitig aufgehalten werden kann, aber in langer Frist wird die Überakkumulation chronisch. Es wird dann von einer strukturellen Überakkumulation gesprochen. Die Profitmasse nimmt dann nicht mehr so zu, dass das wachsenden Gesamtkapital jedem Einzelkapital eine gesteigerte Verwertung ermöglichen würde. Es kommt zur Entwertung eines Teils des fungierenden Kapitals, zu einer säkularen Stagnation und einem Abwandern eines Teils des Geldkapitals auf die Finanzmärkte. Die Finanzkrise 2007/2008 gab Einblick in die Folgen dieser Entwicklung. Das Wachstum der Wirtschaft wird geringer und Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit und soziale Ungleichheit nehmen zu. Das ist unter den Bedingungen der Mehrwertproduktion nicht mehr abbaubar, da die private Verwertung des Kapitals die Grundlage des Wirtschaftslebens darstellt und das verhindert.

Jetzt ist es Aufgabe der Linken und aller demokratischen Kräfte Schritte in Richtung der Aufhebung der Mehrwertproduktion aufzuzeigen und auch glaubwürdig darzustellen. Das beginnt mit der schrittweisen Bekämpfung der ungleichen sozialen Verhältnisse und einer stärkeren Belastung hoher Einkommen und Vermögen. Das wird mehrheitlich nachvollzogen werden können, weil allgemein die soziale Verteilung von Einkommen und Vermögen als ungerecht empfunden wird. Es muss auf den Punkt hingearbeitet werden, an dem mehrheitlich erkannt wird, dass eine Demokratisierung des Wirtschaftslebens national und international zur Lösung der Probleme führt. Das muss auf demokratische Weise geschehen und allen Versuchen der aktuell herrschenden Kräfte die Demokratisierung aufzuhalten entgegengearbeitet werden. Dazu ist ein breites demokratisches Bündnis unbedingt erforderlich.

(1)Der Aufsatz stützt sich auf folgende Veröffentlichungen:

Stephan Krüger: Der deutsche Kapitalismus 1950-2023, Hamburg 2024.

Stephan Krüger: Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus, Hamburg 2026.

Sozialismus Heft 9/2026

 

 

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